Hintergrundinformation Kerstin Kaiser

21.04.2009

Kerstin Kaiser (* 16. Juli 1960 in Stralsund) ist Diplomslawistin und Vorsitzende der Linksfraktion sowie Oppositionsführerin im Landtag Brandenburg. Sie ist Spitzenkandidatin für die Landtagswahl in Brandenburg 2009.

Leben und Beruf

Nachdem sie 1979 ihr Abitur erworben hatte, studierte sie von 1979 bis 1984 russische Sprache und Literatur an der Leningrader Staatlichen Universität. Während dieser Zeit spionierte sie als inoffizielle Mitarbeiterin des Ministerium für Staatssicherheit unter dem Decknamen „Kathrin“ ihre Kommilitoninnen aus und denunzierte sie unter anderem wegen des Tragens von „unsauberen Jeans“ oder weil sie Westsender hörten. Die über Jahre zuverlässig abgegebenen Berichte wurden als „Zeugnisse kleingeistiger Petzerei“ beschrieben. Nach eigenen Angaben endete die Zusammenarbeit mit dem MfS 1984. Von 1984 bis 1989 war sie als Lehrerin in der Sprachintensivausbildung der Parteischule beim ZK der SED „Karl Liebknecht“ in Kleinmachnow beschäftigt. Anschliessend arbeitete sie bis 1991 im BIT-Center Kleinmachnow und von 1995 bis 1999 als wissenschaftliche Mitarbeiterin der PDS-Fraktion im Landtag Brandenburg. Sie ist verheiratet und hat vier Kinder.

Politik

Kaiser trat 1980 in die SED ein. Mitglied der PDS wurde sie 1990 und seit Juni 2007 ist sie Mitglied der Partei Die Linke. Von 1991 bis 1995 war sie stellvertretende PDS-Bundesvorsitzende und von 1995 bis 1997 stellvertretende Landesvorsitzende der PDS Brandenburg. Seit 1998 ist sie Kreisvorsitzende der PDS Märkisch-Oderland. Von 1993 bis 1996 war sie Abgeordnete des Kreistages im Landkreis Potsdam-Mittelmark und seit 1998 dann Mitglied des Kreistages im Landkreis Märkisch-Oderland. Im Zuge ihrer Kandidatur für die Bundestagswahl 1994 wurde ihre Tätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit in öffentlichen und parteiinternen Debatten thematisiert, sie versuchte, offen mit dem Thema umzugehen. Nachdem sie 1994 in den Deutschen Bundestag gewählt wurde (Wahlkreis 277 (Fürstenwalde, Erkner, Strausberg, Seelow) und auf der Landesliste der PDS Brandenburg (Listenplatz 3), forderten einige der eigenen PDS-Abgeordneten (z. B. Stefan Heym) in der Fraktion, dass sie wegen der Tätigkeit für die Staatssicherheit das Mandat niederlegen solle. Sie tat dies schlußendlich. Mitglied des Brandenburger Landtages ist sie seit September 1999. Im Oktober 2004 wurde sie Mitglied des Präsidiums und zunächst stellvertretende Vorsitzende der Fraktion der PDS um dann im Oktober 2005 Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Landtag Brandenburg zu werden. Seit Oktober 2004 ist sie Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie im Landtag und Sprecherin der Fraktion für Sozialpolitik, Familie und Gleichstellung. Sie ist somit Oppositionsführerin gegen die von Ministerpräsident Platzeck (SPD) geführte Koalitionsregierung von SPD und CDU in Brandenburg.

 

Textquelle: Seite „Kerstin Kaiser“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 02. April 2009, 03:34 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Kerstin_Kaiser (Abgerufen: 21. April 2009, 16:49 UTC)

 

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