Hintergrundinformation Stanislaw Tillich

10.04.2009

Stanislaw Tillich (sorbisch Stanisław Tilich; * 10. April 1959 in Neudörfel (Nowa Wjeska)) ist ein deutscher Politiker (CDU) sorbischer Nationalität und seit Mai 2008 Ministerpräsident des Freistaats Sachsen.

Stanislaw Tillich entstammt einer sorbischen Familie katholischen Glaubens. Sein Vater war leitender SED-Funktionär in Panschwitz-Kuckau und als solcher auch im Dachverband der sorbischen Vereine und Vereinigungen tätig. Nach seiner Schulausbildung und dem Abitur an der Sorbischen Oberschule in Bautzen 1977 leistete Tillich seinen Grundwehrdienst Von 1989 bis 1995 war er mittelständischer Unternehmer. bei den Grenztruppen der DDR. Anschließend studierte er an der Technischen Universität Dresden und schloss als Diplomingenieur für Konstruktion und Getriebetechnik ab. 1984 begann er als Konstrukteur in einem Elektronikunternehmen in Kamenz. Vom 1. Oktober 1987 bis zum 24. Mai 1989 war er Angestellter des Rates des Kreises Kamenz, ab Mai 1989 Stellvertreter des Vorsitzenden des Rates und zuständig für den Bereich Handel und Versorgung.


Stanislaw Tillich lebt in Panschwitz-Kuckau, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er spricht neben Deutsch und Obersorbisch auch Englisch, Französisch, Tschechisch und Polnisch.


1987 trat Tillich nach eigenen Angaben „aus eigenem Entschluss in die CDU“ in der DDR ein, die als Blockpartei „letztendlich den Machtapparat der SED mitgestützt hat“. In Potsdam-Babelsberg hatte er vom 2. Januar bis zum 10. März 1989 an einem Lehrgang einer sogenannten SED-Kaderschmiede, der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft, teilgenommen, diesen jedoch als „einen der vielen M/L-Kurse betrachtet, der“ ihn „persönlich nicht innerlich überzeugt hat“.

Ab 1989 war er Mitglied im Kreisvorstand, 1990 Mitglied der gesamtdeutschen CDU. Am 18. März 1990 wurde er Abgeordneter der ersten frei gewählten Volkskammer. Nach deren Auflösung im Zuge der deutschen Wiedervereinigung arbeitete er bis 1994 als Beobachter im Europäischen Parlament. Im 4. Europäischen ParlamentEuropäischen Union.Von 1992 bis 1999 war er Mitglied des EVP-Vorstandes. (1994–1999) war er gewähltes Mitglied für Deutschland und fungierte als stellvertretender Vorsitzender des Haushaltsausschusses und Generalberichterstatter für den Haushalt der CDU.

 

1999 berief ihn der damalige Ministerpräsident von Sachsen Kurt Biedenkopf in sein Kabinett, wo er bis 2002 Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten war.

Im Kabinett des 2002 zum Ministerpräsidenten gewählten Georg Milbradt arbeitete Tillich zunächst bis 2004 als Staatsminister und Chef der Staatskanzlei und seit 2004 als Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft. In dieser Zeit war er insbesondere zuständig für den Ausbau des Hochwasserschutzes der Elbe nach dem Hochwasser im August 2002.

 

Im Sächsischen Landtag vertritt er seit 2004 den Wahlkreis Kamenz 2.

 

2007 wurde er sächsischer Staatsminister der Finanzen und Nachfolger des wegen der Krise der sächsischen Landesbank zurückgetretenen Horst Metz und führte die Verhandlungen um die angeschlagene Sachsen LB an der Seite von Milbradt.

 

Am 14. April 2008 schlug ihn Georg Milbradt in seiner Rücktrittserklärung als Nachfolger für das Ministerpräsidentenamt und den Landesparteivorsitz vor.

 

Am 24. Mai 2008 wurde er auf einem Parteitag zum Landesvorsitzenden der sächsischen CDU gewählt, am 28. Mai folgte die Wahl zum Ministerpräsidenten des Freistaats Sachsen. Am 30. Juni 2008 lud er nach einer Privataudienz Papst Benedikt XVI. für das Jahr 2009 offiziell zu einem Besuch in den Osten Deutschlands ein.

 

Im November 2008 wurden Vorwürfe gegen Tillich laut, seine Biographie und insbesondere seine Rolle im Staatsapparat der DDR geschönt zu haben.

 

Bild- und Textquelle: Seite „Stanislaw Tillich“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 30. März 2009, 23:03 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaw_Tillich (Abgerufen: 08. April  2009, 12:10 UTC)

 

 

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