Barack Obama - Friedensnobelpreis und Kriegsrhetorik
In Oslo hat Barack Obama den Friedensnobelpreis entgegengenommen und mit seiner Rede die Zuhörer überrascht. Erwartet wurde eine Rede um Obamas Vision einer atomwaffenfreien Welt und wie man in Zukunft Konflickte ohne Gewalt löst.
Doch der neue Friedensnobelpreisträger schlug ganz andere Töne an. "Die Instrumente des Krieges spielen eine Rolle bei der Wahrung des Friedens" meinte er und Kriege seinen notwendig "um das Böse in der Welt zu bekämpfen".
Obama verteitigt damit die Weiterführung der Politik seines Vorgängers George W. Bush. Dabei nimmt das rhetorische Jahrhunderttalent sogar Begrifflichkeiten seines Vorgängers auf. Auch dieser wollte immer das "Böse" vernichten.
Mit seiner Rede büßt Obama viel von seiner Strahlkraft ein. Augenscheinlich muss er sich den Realitäten in Afghanistan, bei Guantánamo, der atomaren Abrüstung oder der israelischen Siedlungspolitik anpassen. Die Erwartungen, welche Obama selbst mit seiner brillanten Rhetorik geweckt hat, werden von ihm selbst relativiert.
Zurück bleibt Ernüchterung. Sowohl in den USA, wo nur noch 44% der Bevölkerung hinter ihrem Präsidenten stehen, sondern auch weltweit. Da bleibt ein Banner der norwegischen Friedensbewegung in Erinnerung, auf dem stand: "Obama, Du hast den Preis gewonnen, jetzt verdiene ihn Dir!"
In einem Punkt muss man Obama aber recht geben. So sagte er gestern: "Ich habe keinen Zweifel daran, dass es andere geben mag, die den (Friedensnobel-)Preis mehr verdient hätten."
Obama: Krieg gehört zu den Menschen
US-Präsident Barack Obama hat in Oslo den Friedensnobelpreis entgegengenommen und die Welt in seiner Dankesrede mit klaren Äußerungen über Krieg und Frieden überrascht. ...
Textquelle: Welt Online - Von Lars-Broder Keil, zugegriffen am 11.12.2009
Kommentar: Friedensnobelpreis an Obama Wenn Rhetorik mit Realität kollidiert Hamburger
Als die Nominierungsfrist für den Friedensnobelpreis endete, war Barack Obama gerade zehn Tage im Amt. So viel zu der Frage, ob der US-Präsident die Auszeichnung verdient habe. Was er ja selbst bezweifelt. ...
Textquelle: Abendblatt - Von Sylvia Wania, zugegriffen am 11.12.2009
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