Brandenburgs Linke versinkt
Das hatte sich Matthias Platzeck bestimmt anders vorgestellt als er den Gedanken "die Hand reichen" Realität werden ließ. Die Stasi-Vergangenheiten von inzwischen sechs der 26-köpfigen Linksfraktion reißt immer tiefere Wunden und Gräben.
Eigentlich sollte ein Mann mit dem Format eines Matthias Platzeck wissen, dass die Hand nicht so einfach gereicht werden kann. Ob eine Regierung mit der CDU besser gewesen wäre - Matthias Platzeck verneinte dies seinerzeit mit der Begründung, dass die Cristdemokraten innerlich so zerstritten sind, dass an eine Koalition bis zum Ende der Wahlperiode nicht zu denken wäre.
Nun sind es also die Linken.
Doch diese gehen mit der Vergangenheitsbewältigung anders um als sich das eine demokratische Seele wünscht. So folgen Gerd-Rüdiger Hoffman (IM Schwalbe), Gerline Stobrawa (IM Maris), Kerstin Kaiser (IM Katrin), Thomas Nord (IM Mark Schindler), Jans-Jürgen Scharfenberg (IM Hans-Jürgen) und Axel Henschke (IM Ingolf Köhler) nicht dem Beispiel von Renate Adolph, die für die DDR-Auslandsspionage als Journalisten tätig war und ihr Mandat aus freien Stücken niedergelegt hat. Michael Luthardt (51) könnte gar die Nr. 7 sein, was die SPD und Linke bisher aber brüsk zurückweisen. Zu aller Dramatik berufen sie sich teilweise auch noch darauf, demokratisch gewählt worden zu sein. Eigentlich eine Farce.
Wie Mattias Platzeck aus dieser Misere wieder unbeschadet herauskommt ist vielen ein Rätsel. Zu wünschen wäre es ihm, er ist ein sehr großer Landesvater und wohl seiner Zeit voraus, diese (die Hand zu reichen) ist nämlich hoffentlich noch nicht gekommen und das nicht zuletzt, weil sich die Linken in jeder Hinsicht sperren hier ebenfalls den dringend nötigen Schritt zu machen und die DDR-Vergangenheit wirklich, ehrlich aufzuklären und sich zu stellen.
Brandenburgs Regierung im Stasi-Sumpf
WELT ONLINE Die Moderation solcher quälenden Aufarbeitungsprozesse überfordert die brandenburgische Linkspartei, zumal Fraktionschefin Kerstin Kaiser (IM "Katrin") und ...
Textquelle: WELT ONLINE, zugegriffen am: 03.12.2009
Info: Stasi-Fälle in der Linksfraktion
Kerstin Kaiser Die heute 49-jährige Fraktionschefin der Linkspartei hat während der Studienzeit in der Sowjetunion Kommilitonen als IM "Kathrin" ...
Textquelle: Berliner Morgenpost, zugegriffen am: 03.12.2009
Kommentare zu diesem Artikel
Wenn Platzeck von seinem Koalitionspartner getäuscht wurde, dann muss er jetzt auch kosequent sein und die Koalition auflösen.
Neuwahl! 03.12.2009 11:22:51